READY PLAYER ONE von Earnest Kline

Folgende Situation: In den frühen 2040iger Jahren sind die Ressourcen der Welt fast zu Ende. nur Reiche Leute bewegen sich in der Wirklichkeit noch per Auto oder Flugzeug. Der Großteil der Bevölkerung lebt aus Platzgründen in aufeinandergestapelten Wohnwagen und fristet subventioniert von Essensmarken ein armseliges Dasein.

Das wirkliche Leben spielt sich in einer riesigen virtuellen Welt statt, die sich über Jahrzehnte aus einem WorldofWarcraft Klon entwickelt hat. In 2044 stirbt der Designer dieser Welt und hinterläßt eine Serie von Rätseln, dessen erster Bezwinger sein gesamtes Vermögen, mehr erbt. Es geht um mehr als 100 Milliarden Dollar, dieses „Quest“ verändert die Welt, fast jeder macht sich auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

So auch Wade O, seines Zeichens Schüler, Techniker, Geek und Besserwisser. Er hat sein Leben im Griff: wohnhaft bei seiner ausbeuterischen Tante,verdient er seine Fleischabfälle mit der Reparatur alter technischer Geräte, die er irgendwo aufgelesen hat. Sein wirkliches Leben spielt sich wie das aller anderen Bewohner in der virtuellen Welt namens OASIS ab. Hier geht er zur Schule, hängt aber auch mit seinen Freunden in deren virtuellen Partykellern ab, besonders mit seinem besten Freund Aech (H).

Der Schlüssel zu Lösung der Rätsel: das „Studium“ der jungen Popkultur der achtziger Jahre. Es gibt kaum ein Videospiel, einen Film, eine Serie oder eine Freizeitaktivität dieser Zeit, was nicht haarklein beschrieben wird. Nur wer sich in dieser ansonsten zurecht unglaublich nutzlosen Disziplin auskennt, kann darauf hoffen, den Schatz in Form von im OASIS versteckten Ostereiern zu finden.

Nachdem Wade den ersten Hinweis entschlüsselt hat tritt auch die bösen auf den Plan, eine böse Internetfirma, die Geld und kriminelle Energie verschwenderisch einsetzen, um den Preis des Rätsels zu erlangen. Wozu? Um das zu kaufen und dessen kommerzielles Potential auszuschöpfen. Ja genau, durch den Verkauf von auf die Nutzer zugeschnittener Werbung.

Wade, dessen Avatar Name Parzival ist, schließt sich mit AECH und seiner (Wade’s) Bloggerliebe Art3mis zusammen, um dieses Horrorszenario zu verhindern.

Ich hatte mir fest vorgenommen, dieses Buch nicht zu mögen. Nachdem ich den Trailer des Filmes gesehen hatte war ich fest davon überzeugt, dass es sich bei dem Buch um unsägliche Geekonanie handelt, bei der die Handlung nur den Vorwand stellt, um über größtenteils unbedeutende Trivialfakten aus der Videospielpionierzeit.

Dagegen ist es sehr einfach, Wade nicht zu mögen. Mit seiner ständigen Besserwisserei und oberlehrerhaften Art taugt er nicht als Identifikationsfigur. Ein anderes Problem des Buches ist, dass es kaum originale Ideen gibt. Die meisten virtuellen Orte hier sind Reproduktionen von Sets irgendeines Filmes oder ein Level eines Viedeospiels wie das 8te Level Dungeon von Black Tiger. Es scheint, als wäre die originalgetreue Nachbildung von fiktiven Orten höher zu bewerten als eigene und originäre Gestaltung. Diese Präferenz des Autos gilt eingeschränkt auch für das ganze Buch, was sich negativ auf das Leseerlebnis auswirkt.

ReadyPlayer One ist sicherlich kein kreatives Meisterwerk; hier wird eine gutgemachte Story abgeliefert, die solide ScienceFiction Unterhaltung ohne großen Anspruch bietet. Die Referenzen an die Popkultur der 80iger Jahre die einen Großteil der Geschichte ausmachen sind allerdings weder interessant noch sympathisch. Vielmehr gehen diese dem Leser (auch wenn dieser sich gerne an die besagte Zeit erinnert) bald auf den Keks.

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