Fantasy vs. Science Fiction

„..science fiction is something that could happen – but usually you wouldn’t want it to. Fantasy is something that couldn’t happen – though often you only wish that it could.“

Arthur C. Clarke

Fantasy und Science Fiction, zwei Genres, die unterschiedlicher kaum sein könnten, werden immer noch (im Jahre 2018, werter Leser) vielerorts über einen Kamm geschoren. Im Buchladen gibt es meist ein kleines Regal mit der Bezeichnung Fantasy/ Science Fiction, Filme aus beiden Genres werden der gleichen Kategorie zugeordnet und Anhänger beider Faktionen werden gerne in die gleiche Schublade eingeordnet.

Was haben beide Genres gemeinsam? Beide erschaffen oft ganze Welten, komplett mit komplexen Gesellschaften, faszinierenden Orten und sogar eigenen Sprachen. Bei den besseren Vertretern beider Genres sind diese Welten in sich schlüssig und üben eine Anziehungskraft, die die unserer „normalen“ Welt um ein Vielfaches übersteigt.

Was haben beide Genres nicht gemeinsam? Alles andere!

Ich bin gegen die verallgemeinernde Zusammenlegung von Science Fiction und Fantasy sowie der daraus resultierenden Abschiebung derer Anhänger in gleichwertige (gleichermaßen nicht ernst zunehmende) Randgruppen. Dazu muss ich sagen, dass ich persönlich mich für Fantasy im Allgemeinen nicht begeistern kann, obwohl auch dieses Genre vereinzelt wertvolle Schöpfungen hervorbringen kann.

Der Grund für meine Abneigung ist einfach: Fantasyautoren verlassen sich bei der Konstruktion ihrer Welten auf rein fantastische Sachverhalte wie Fabelwesen, Zauberkräfte und magische Artefakte. Bei Ihren Geschichten stehen die Helden und deren Herausforderungen im Vordergrund, ihre Charakterreise gegen den oder die offensichtlichen bösen Kräfte. Kriege und Intrigen zwischen Menschen und anderen Rassen sind oft oder meistens ein Nebenthema dieser Geschichten.

Gut gemachte Fantasy kann durchaus sehr unterhaltend sein. Sie kann uns auch etwas über die Welt erzählen, in der wir wirklich leben. Fantasy ist oft inspiriert von der Wirklichkeit in Form von Gegenwart oder Geschichte, inspiriert die Wirklichkeit aber so gut wie nie.

Science Fiction dagegen stellt von Anfang an ganz andere Fragen. Wie sieht die Welt in der Zukunft aus, wenn es genau so weitergeht? Was wäre, wenn die Weltgeschichte zu Zeitpunkt X anders verlaufen wäre? Was ist, wenn etwas vollkommen unerwartetes passiert? Wie würden Außerirdische die Menschheit wahrnehmen? Wie sieht die Zukunft wirklich aus?

Noch spannender: Science Fiction ist ein Spiegel der jeweils aktuellen Zukunftsvorstellungen: Genrevertreter aus den USA der 40iger unterscheiden sich grundlegend von sowjetischer Futurologie aus den 80igern. Während des kalten Krieges herrschte düstere Endzeitstimmung, danach eine Welle lebensfroh-bunter Fortschrittsoptimistik.

Bei guter Science Fiction sind die Handlung und die Charaktere nur die Treiber der Reise durch durch dieerschaffene Welt. Science Fiction erlaubt atemberaubende Perspektivenwechsel und -erweiterungen, das Ausprobieren plausibler wie weit hergeholter Szenarien und eine Dichte von Ideen, die den geneigten Leser mit den Ohren schlackern lassen.

Meiner Meinung nach ist genau das Literatur: das Verschieben von Horizonten und die Reflektion bestehender Sachverhalte wird erlaubt durch die Schaffung spannender Welten und Stellung von Fragen, die uns in der Zukunft plausiblerweise wirklich stellen könnten.

Eine unvollständige Übersicht über die vielen Spielarten der Science Fiction bekommt Ihr in naher Zukunft in einem anderen Artikel.

Euch zu zeigen, wie spannend gute Science Fiction sein kann, ist das Ziel dieses Blogs.

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