XCOM Enemy Unknown – Firaxis Games

Dieses Videospiel von 2012 bedient ein ziemlich ausgeleiertes Szenario: Ausserirdische sind auf der Erde gelandet und während sie Angst und Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten, kann niemand sagen, was genau sie mit der Erde vorhaben. Nur so viel ist sicher: Ihre Ziele beinhalten nicht das friedliche Miteinander mit der Erde gegenwärtigen Bewohnern.

Um es vorweg zu sagen: dieses Spiel lohnt sich, für Science Fiction fans und generell alle Menschen auf der Welt, denn es bereichert Euer Leben. XCOM spielen, heißt harte Arbeit, Triumph, Verrat, Verlust verstehen lernen. Dabei geht es um die Rettung der undankbaren fiktiven Menschheit genauso wie der persönlichen Entwicklung des realen Selbst.

In XCOM EU schlüpfen wir als Spieler nun in die Rolle des Commanders der XCOM und operieren aus unserer Basis heraus gegen die ausserirdische Bedrohung. Anfangs ist uns die Unterstützung der Länder sicher. Mit zunehmendem Einschüchterungsgrad Ihrer Bevölkerung wird diese Unterstützung allerdings immer weniger sicher. Wenn die Aliens es mit Ihren Angriffen auf ein Land oder eine Region zu toll treiben, entzieht das Land uns seine Unterstützung und tritt aus dem Projekt aus. Dadurch bekommen wir zunächst nur weniger Ressourcen, sobald dann zu viele Länder ausgetreten sind, verlieren wir sogar das Spiel.

Als tapferer Commander hilft dagegen nur die effektive Niederschlagung der Alienangriffe und der Aufbau eines weltweiten Satellitennetzwerks.

Im Kampf gegen die Aliens befehligen wir unsere Soldaten in intensiven, rundenbasierten Schlachten. Dabei erkundet unser Team die jeweiligen Schauplätze, und versucht die Aliens taktisch zu überlisten. Diese Missionen sind jeweils gewonnen, wenn das Objective erreicht wurde oder der Schauplatz von den galaktischen Ungeziefer befreit ist. Das Fiese ist: Trefferwahrscheinlichkeiten werden vor dem Schuss in % angezeigt, wie viele 95%er ich aber bereits verschossen habe, geht auf keine Kuhhaut.

Unser Squad von Soldaten oder -innen, zunächst vier Mitglieder groß (später bis zu sechs) gewinnt im erfolgreichen Kampf Erfahrung dazu. Jeder Soldat wird nach jeweils einer Anzahl besiegter Gegner befördert. Bei einer Beförderung bekommt jeder eine von meistens zwei Spezialfähigkeiten hinzu, welche den taktischen Wert immens steigert. Dazu kommt, dass man nach einer bestimmten Zeit seine Soldaten sehr liebgewinnt, weil man bereits so viele extrem gefährliche Situationen mit Ihnen erlebt hat.

Um die taktische Tiefe weiterhin zu steigern, entwickeln die Soldaten nach Ihrer ersten Beförderung eine von vier Spezialisierungen: Sniper, Heavy, Assault oder Support.

Zwischen den Missionen obliegt es uns, unsere Basis weiter auszubauen. Zusätzlich erforschen wir Technologien, bauen Waffen und Ausrüstungsgegenstände, pflegen unsere Abfangjägerflotte und bauen an unserem Satellitennetzwerk um der Bedrohung Herr zu werden.

Die Aliens sind uns zu Anfang deutlich technisch überlegen, so dass wir alle Hände voll zu tun haben, um sie einzuholen. Zu den Ressourcen, die wir in diesem strategischen Teil managen, gehören neben Geld auch Elerium, Alloys und die Karkassen besiegter Ausserirdischer.

Als alter Veteran des Genres habe ich in den 90ern selbstverständlich die ersten XCOMs auf MSDOS gespielt (Ufo und Terror from the Deep), sowie Jagged Alliance 1 und 2. Beide XCOMS besaßen eine größerer Komplexität als der aktuelle Vertreter, es gab mehr Soldaten, mehr Inventaroptionen, mehr Basisausbau. Die Jagged Alliance Titel bauten eine noch stärkere Bindung zu den einzelnen Kämpfern auf, die einem mit ihren Macken und Sprüchen sogar noch mehr ans Herz wuchsen, als die Soldaten in XCOM EU.

Du, werter Leser fragst Dich spätestens jetzt: weder ist das Szenario ist neu, noch ist die Idee ist originell, warum soll es sich dann bitte bei diesem Spiel um ein Science Fiction Meisterwerk handeln? Ganz einfach: wegen der hervorragenden Exekution. XCOM findet präzise die richtige Balance zwischen taktischer Tiefe und Spielbarkeit.

Das Konzept aus zwei Handlungen, der taktischen und der strategischen ist ausgesprochen effektiv. Wir arbeiten kontinuierlich daraufhin, uns den Aliens gegenüber besser aufzustellen, werden von einer Mission unterbrochen, aus der sich dann wieder Ressourcen ergeben, mit denen wir unsere Gesamtsituation weiter verbessern können. So haben wir immer einen nächsten Schritt im Sinn.

Ausserdem ist das Spiel schwer: ständig muß man die Auswirkungen seiner Aktionen gegeneinander abwägen und wirklich harte Entscheidungen treffen: Einen Soldaten mit Schusschance aus der Deckung bewegen? Zwei Supports mitnehmen oder lieber zwei Snipers? Durchweg erfahrene Söldner oder ein, zwei Rookies dabei? Lasergewehre bauen oder Satelliten?

Der Schwierigkeitsgrad ist so hoch, dass man während der Kämpfe ständig versucht ist, neu zu starten, der Verlust mehrerer Länder stellt tatsächlich das Ganze Spiel auf die Kippe (und damit dutzende investierter Stunden). Selbst auf der Stufe normal ist kommt ein Taktik Rookie ins Schwitzen, Classic ist für erfahrene XCOMMER und Legendary ist meiner Meinung nach nur theorethisch möglich. Daneben gibt es den IRONMAN Modus, der einem kein Zwischenspeichern während der Kämpfe erlaubt. Das Erreichen des Spielzieles in Legendary IRONMAN soll anscheinend einer kleinen Anzahl Spieler gelungen sein, allerdings ist dieser erlauchte Kreis kleiner , als der Kreis jener, die auf dem Mond spaziert sind.

Spätestens nach ein paar Stunden macht das Spiel süchtig. Als Spieler beginnt man bald , Rückschlüsse aus dem Spiel auf das richtige Leben zu ziehen. Am Anfang steht die Erkenntnis, dass alles, was gut gemacht wird, Zeit dauert. Viel Zeit. Bis zu zwei Stunden für ein einziges Gefecht habe ich schon gebraucht. Nach dem einmaligen Durchspielen des gesamten Spieles ist man bald versucht, einen erneuten Durchlauf zu starten, um noch mehr über das XCOM Universum zu lernen und seine Meisterschaft weiter zu verbessern.

Dieses Spiel kombiniert die besten Teile der früheren XCOM Titel und verzichtet auf den Optionenoverload. Trotzdem ist dieser Titel kein taktisches oder strategisches Leichtgewicht.

Ich empfehle den Konsum dieses Spiels uneingeschränkt für alle Menschen.

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